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# Inflation springt im September auf 3,3 Prozent, Energie verteuert sich um 14,9 Prozent
- URL: https://aktienbeobachter.de/inflation-september-33-prozent/
- Published: 2026-09-30T16:15:00.000Z
- Updated: 2026-10-18T10:15:05.000Z
- Description: Die Teuerung in Deutschland liegt erstmals seit Ende 2023 wieder über drei Prozent. Die Kernrate bleibt bei 2,4 Prozent, der Druck kommt fast vollständig aus dem Energiesektor.
- Author: Aktienbeobachter
- Tags: Makro, News

Die Verbraucherpreise in Deutschland sind im September deutlich stärker gestiegen als in den Vormonaten. Nach der [Schnellschätzung des Statistischen Bundesamts](https://www.presseportal.de/pm/32102/6362299?ref=aktienbeobachter.de) lag die Inflationsrate bei 3,3 Prozent, nach 2,9 Prozent im August. Gegenüber dem Vormonat zogen die Preise um 0,6 Prozent an. Der für die Europäische Zentralbank maßgebliche harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) stieg ebenfalls um 3,3 Prozent. Es ist nach Angaben von [dpa-AFX](https://de.investing.com/news/economy-news/aktien-frankfurt-schluss-dax-beendet-schwachen-september-im-minus-3684931?ref=aktienbeobachter.de) das erste Mal seit Ende 2023, dass die Rate die Drei-Prozent-Marke überschreitet.

Der Treiber ist eindeutig. Energie war im September voraussichtlich 14,9 Prozent teurer als ein Jahr zuvor. Im August hatte das Plus bei 10,5 Prozent gelegen, im Juli bei 8,3 Prozent. Die Energieteuerung beschleunigt sich damit den dritten Monat in Folge. Die Kerninflation ohne Nahrungsmittel und Energie lag dagegen bei 2,4 Prozent und damit auf dem Niveau des Vormonats.

### Ein Schock, noch keine Spirale

Diese Aufteilung ist für die Einordnung entscheidend. Eine stabile Kernrate spricht dafür, dass der Preisschub bislang vor allem dort stattfindet, wo er entsteht: an Tankstellen und beim Heizöl. Die Vorstufe deutet allerdings darauf hin, dass weiterer Druck unterwegs ist. Die [Erzeugerpreise](https://www.presseportal.de/pm/32102/6354373?ref=aktienbeobachter.de) lagen im August 4,6 Prozent über dem Vorjahr, Vorleistungsgüter verteuerten sich um 6,1 Prozent. Solche Kostensteigerungen kommen in der Regel mit Verzögerung und nur teilweise bei den Verbrauchern an.

Auch die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute hatten in ihrer [Gemeinschaftsdiagnose](https://www.diw.de/de/diw%5F01.c.1020394.de/gemeinschaftsdiagnose%5Fherbst%5F2026%5F%5Faufschwung%5Fmit%5Fstrukturproblemen%5F%5F%5F%5F%5Ffinanzpolitik%5Fauf%5Fabwegen.html?ref=aktienbeobachter.de) vergangene Woche festgestellt, dass die höheren Preise für Kraftstoffe und Heizöl bislang „kaum auf die übrigen Verbraucherpreise übergesprungen“ seien. Für das Gesamtjahr erwarten sie eine Inflationsrate von 2,8 Prozent, für 2027 sogar 3,2 Prozent. Die Septemberzahl bewegt sich damit am oberen Rand dessen, was in diesen Prognosen angelegt ist.

### Tankrabatt dämpft ab Oktober

Ab dem 1\. Oktober wirkt ein Sondereffekt in die andere Richtung. Der [Bundestag](https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2026/kw39-de-versicherung-aufsicht-1216898?ref=aktienbeobachter.de) hat die Energiesteuer auf Benzin und Diesel bis Jahresende um 14,04 Cent je Liter gesenkt, brutto entspricht das rund 17 Cent. Wie stark das die Oktoberrate drückt, hängt davon ab, wie viel die Mineralölwirtschaft weitergibt und wie sich der Rohölpreis entwickelt. Bei der ersten Senkung im Mai und Juni kam laut Bundeskartellamt der überwiegende, aber nicht der vollständige Teil bei den Verbrauchern an. Ein Rückgang der Rate im Oktober wäre deshalb kein Beleg für nachlassenden Preisdruck, sondern ein Steuereffekt, der zum Jahreswechsel wieder ausläuft.

### Was die EZB daraus liest

Für die Geldpolitik ist die deutsche Zahl ein wichtiges Signal vor der Schnellschätzung für den gesamten Euroraum, die Eurostat am Freitag veröffentlicht. Die EZB hatte die Leitzinsen am 10\. September [um 25 Basispunkte angehoben](https://www.ecb.europa.eu/press/pr/date/2026/html/ecb.mp260910~314e508016.en.html?ref=aktienbeobachter.de) und in ihren Projektionen für 2026 eine Inflation von 3,0 Prozent im Euroraum unterstellt. Der Rat betont, er entscheide von Sitzung zu Sitzung. Steigende Energiepreise allein muss eine Notenbank nicht bekämpfen, weil Zinsen das Ölangebot nicht verändern. Sorgen macht ihr, wenn Unternehmen und Beschäftigte höhere Inflation in Preise und Löhne einbauen. Dafür gibt die stabile Kernrate bislang keinen klaren Hinweis.

Für Sparer ist die Zahl dennoch unerfreulich. Bei einer Inflation von 3,3 Prozent verlieren Tagesgeld und kurzlaufende Anlagen real an Wert, solange ihre Verzinsung darunter liegt. Die endgültigen Septemberdaten mit der vollständigen Aufschlüsselung nach Gütergruppen veröffentlicht Destatis am 13\. Oktober.