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# DAX schließt Woche mit Minus: VW-Prognosesenkung, Erzeugerpreise und Verfallstag drücken
- URL: https://aktienbeobachter.de/dax-wochenbilanz-vw-prognose-verfallstag/
- Published: 2026-09-19T08:00:00.000Z
- Updated: 2026-10-18T10:15:02.000Z
- Description: Nach der Erholung auf die Fed-Entscheidung fällt der Leitindex am Freitag um 1,6 Prozent auf 25.304 Punkte. Volkswagen kappt die Renditeprognose, Bund und Länder einigen sich auf einen neuen Tankrabatt.
- Author: Aktienbeobachter
- Tags: Märkte, Unternehmen

Die Woche an der Frankfurter Börse hatte zwei Hälften. Bis Donnerstag holte der DAX einen Teil der Verluste aus dem Wochenauftakt auf. Nach der erwarteten Zinserhöhung der US-Notenbank und nachgebenden Ölpreisen stieg der Leitindex am Donnerstag laut [dpa-AFX](https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2026-09/69610084-aktien-frankfurt-schluss-anleger-zuversichtlich-nach-us-zinserhoehung-016.htm?ref=aktienbeobachter.de) um 0,70 Prozent auf 25.716,71 Punkte. Am Freitag drehte das Bild. Der DAX schloss nach Angaben der [Tagesschau](https://www.tagesschau.de/wirtschaft/finanzen/marktberichte/marktbericht-dax-dow-geldanlage-156.html?ref=aktienbeobachter.de) bei 25.304 Punkten, 1,6 Prozent unter dem Vortag. Auf Wochensicht steht ein Minus von 1,0 Prozent.

Für den Rückschlag gab es mehrere Gründe, und keiner davon allein hätte ihn erklärt. Am großen Verfallstag liefen Optionen und Futures auf Aktien und Indizes aus, was erfahrungsgemäß für zusätzliche Ausschläge sorgt. Dazu kamen eine Gewinnwarnung aus dem größten Autokonzern des Landes und Preisdaten, die den Inflationsdruck in Deutschland bestätigten.

### Volkswagen traut sich nur noch ein Prozent Rendite zu

Volkswagen hat am Freitag per [Ad-hoc-Mitteilung](https://www.volkswagen-group.com/de/ad-hoc/volkswagen-ag-aktualisiert-die-prognose-fuer-das-geschaeftsjahr-2026-20701?ref=aktienbeobachter.de) die Prognose für 2026 gesenkt. Die operative Umsatzrendite soll nun bei bis zu 1 Prozent liegen. Bisher hatte der Konzern 4,0 bis 5,5 Prozent in Aussicht gestellt, die durchschnittliche Analystenerwartung lag laut Unternehmen bei 4,1 Prozent. Den Umsatz erwartet Volkswagen bei rund 315 Milliarden Euro, nach 321,9 Milliarden Euro im Vorjahr.

Belastet wird das Ergebnis durch Sondereffekte von insgesamt rund 10 Milliarden Euro. Den größten Posten bildet eine nicht zahlungswirksame Abschreibung von rund 6 Milliarden Euro auf den Firmenwert der Porsche AG, die im dritten Quartal gebucht werden soll. Hinzu kommen zusätzliche Restrukturierungskosten, unter anderem aus erweiterten Vorruhestandsregelungen und dem angestrebten Verkauf der Volkswagen Osnabrück GmbH, sowie Wertberichtigungen in China. Bereinigt um die Sondereffekte läge die Rendite nach Konzernangaben bei rund 4 Prozent. Die Prognose für den Netto-Cashflow im Automobilgeschäft von 3 bis 6 Milliarden Euro bestätigte Volkswagen.

Die Vorzugsaktie gab laut Tagesschau zeitweise um sieben Prozent nach. Auch die Holding Porsche SE senkte ihre Ergebnisprognose. Der bereinigte Wert von rund 4 Prozent zeigt, dass ein Großteil der Belastung buchhalterischer Natur ist. Er zeigt aber auch, dass das operative Geschäft selbst ohne Sondereffekte am unteren Rand der ursprünglichen Spanne läuft. Volkswagen nennt als Ursachen ein verschärftes Marktumfeld in China und die Verschiebung der Nachfrage hin zu margenschwächeren Elektroautos.

### Erzeugerpreise steigen stärker als erwartet

Vor Handelsbeginn hatte das Statistische Bundesamt die [Erzeugerpreise für August](https://www.presseportal.de/pm/32102/6354373?ref=aktienbeobachter.de) veröffentlicht. Sie lagen 4,6 Prozent über dem Vorjahresmonat und 1,1 Prozent über Juli. Treiber war Energie mit einem Plus von 8,3 Prozent. Mineralölerzeugnisse kosteten 40,5 Prozent mehr als vor einem Jahr, leichtes Heizöl 65,3 Prozent. Ohne Energie stiegen die Erzeugerpreise um 3,1 Prozent. Erzeugerpreise gelten als Vorlauf für die Verbraucherpreise, auch wenn der Durchschlag weder vollständig noch zeitgleich erfolgt.

### Ölpreis über 100 Dollar, neuer Tankrabatt

Am Ölmarkt hielt die Entspannung der Wochenmitte an, ohne das Niveau grundlegend zu verändern. Brent und WTI gaben laut Tagesschau am Freitag zeitweise rund 2,5 Prozent nach, notierten aber weiter über 100 Dollar je Fass. Anfang der Woche waren die Preise noch auf den höchsten Stand seit vier Monaten gestiegen.

Politisch reagierte Berlin auf die Spritpreise. Bund und Länder einigten sich am Freitag auf ein [Entlastungspaket](https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/bund-und-laender-beschliessen-spritpreis-entlastungspaket-2453198?ref=aktienbeobachter.de): Die Energiesteuer auf Benzin und Diesel soll bis Ende 2026 um 14 Cent je Liter sinken, inklusive Umsatzsteuer um 17 Cent. Das Paket soll bis zum 1\. Oktober umgesetzt werden und rund 2,5 Milliarden Euro kosten, die Länder tragen 1,25 Milliarden Euro. Bis spätestens 1\. Januar 2027 soll zudem ein Spritpreisdeckel nach luxemburgischem oder belgischem Vorbild kommen. Der Bundestag muss die Steuersenkung noch beschließen.

Außerhalb Europas hob die japanische Notenbank den Leitzins wie erwartet um 0,25 Prozentpunkte auf 1,25 Prozent an, den höchsten Stand seit 1995\. Zwei der neun Ratsmitglieder stimmten dagegen.

### Ausblick

In der kommenden Woche richtet sich der Blick auf das ifo-Geschäftsklima, den wichtigsten Stimmungsindikator für die deutsche Wirtschaft. Auffällig war am Freitag, dass Halbleiterwerte wie Infineon gegen den Trend zulegten. Ob das eine Rotation oder nur eine Gegenbewegung ist, bleibt offen. Solange der Ölpreis dreistellig bleibt, hängt die Stimmung am Aktienmarkt stärker an der Energie- und Zinsfrage als an einzelnen Unternehmensmeldungen.