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# DAX hält 26.000 Punkte – die Woche vor Nvidia und Warsh wird zum Stresstest
- URL: https://aktienbeobachter.de/dax-haelt-26000-punkte-nvidia-warsh-stresstest/
- Published: 2026-08-24T15:45:00.000Z
- Updated: 2026-08-24T20:37:34.000Z
- Description: Frankfurt schließt 0,11 Prozent leichter bei 26.106,60 Punkten. Infineon und Siemens Energy geben nach. Vor Nvidia, PCE und Jackson Hole bleibt der Index auf der alten Juli-Marke liegen.
- Author: Aktienbeobachter
- Tags: Märkte, News

Der DAX hat sich am Montag knapp über 26.000 Punkten gehalten. Zum Xetra-Schluss stand der Leitindex bei [26.106,60 Punkten](https://www.tagesschau.de/wirtschaft/boersenkurse/dax-index-846900/?ref=aktienbeobachter.de), 29,96 Punkte oder 0,11 Prozent unter Freitag. Das Allzeithoch liegt bei 26.573,50 Punkten. Der Abstand bleibt rund 467 Punkte, die Marke darunter wurde getestet: Das Tagestief lag bei 26.038,07 Punkten.

Das ist kein Ausverkauf. Es ist eine Pattsituation. Käufer greifen unter 26.000 zu, Nachkäufer nach oben fehlen. Jochen Stanzl von der Consors Bank nannte die Marke schon am Morgen einen [technischen Rücksetzer auf das alte Juli-Hoch](https://www.ariva.de/dax-index/news/wochenausblick-26-000-punkte-auf-der-kippe-nvidia-und-12112667?ref=aktienbeobachter.de). Der Montag hat diese Lesart bestätigt. Der MDax gab 0,25 Prozent auf 32.031,55 Punkte nach, der TecDax 1,01 Prozent auf 4.049,23 Punkte. Der EuroStoxx 50 verlor nach [dpa-AFX](https://www.ariva.de/dax-index/news/roundup-aktien-frankfurt-schluss-dax-stabil-zu-beginn-einer-12113627?ref=aktienbeobachter.de) 0,22 Prozent auf 6.447,98 Punkte.

### **Chips zahlen die Wartezeit, der Index nicht**

Unter der ruhigen Oberfläche hat der Markt schon abgestimmt. Schwächster DAX-Wert war [Infineon mit minus 3,23 Prozent auf 54,16 Euro](https://www.tagesschau.de/wirtschaft/boersenkurse/dax-index-846900/?ref=aktienbeobachter.de). Siemens Energy verlor 3,01 Prozent auf 148,74 Euro, Qiagen 3,09 Prozent, Rheinmetall 2,61 Prozent. Der MDAX-Zulieferer Suss Microtec gab laut dpa-AFX sechs Prozent nach. Auf der anderen Seite lagen Beiersdorf mit plus 2,11 Prozent, Deutsche Bank mit plus 2,10 Prozent und Daimler Truck mit plus 2,07 Prozent. Das ist Rotation, kein flächendeckender Verkauf.

Siemens Energy wird in ruhigen Wochen als Profiteur der KI-Stromnachfrage gehandelt. Sobald der Sektor verkauft wird, trifft es den Energietechnikkonzern mit. Derselbe Reflex gilt für Infineon. Die Anleger nehmen vor dem Nvidia-Bericht Risiko aus dem gesamten KI-Komplex, nicht nur aus dem US-Titel. Andreas Lipkow von CMC Markets nannte die [Quartalszahlen und den Ausblick Nvidias](https://www.wallstreet-online.de/nachricht/21280951-aktien-frankfurt-schluss-dax-recht-stabil-beginn-wegweisenden-woche?ref=aktienbeobachter.de) die größte Unbekannte der Woche, samt der Hinweise auf die Rechenzentren. Die Commerzbank erwartet laut dpa erneut Rekordumsätze. Die interessantere Frage ist die Reaktion: Der Markt ist anspruchsvoller geworden, weil die Finanzierung der KI-Kapazitäten teurer geworden ist.

### **Washingtons wirtschaftlicher D-Day bleibt eine Drohung**

US-Finanzminister Scott Bessent hat am Montag in Washington das angekündigte Sanktionspaket gegen den Iran vorgestellt. Er sprach von einem wirtschaftlichen D-Day. [Reuters](https://www.reuters.com/3fec1b0a85a0/world/middle-east/us-treasury-broaden-scope-secondary-sanctions-iran-source-says-2026-08-24/?ref=aktienbeobachter.de) berichtet, die Regierung habe eine mögliche Ausweitung von Sekundärsanktionen gegen Länder angekündigt, die mit dem Iran Geschäfte machen, Strafmaßnahmen gegen diese Länder aber vorerst nicht verhängt. Neu sanktioniert wurden demnach rund 60 Personen, Unternehmen und Schiffe. Chinesische Banken, die im Verdacht stehen, den Ölhandel zu finanzieren, standen nicht auf der Liste. Bessent sprach von einer Schonfrist.

Das erklärt, warum der Ölpreis nachgab, obwohl der Iran die Straße von Hormus weiter [weitgehend abriegelt](https://www.dw.com/de/usa-sanktionen-wirtschaft-iran-trump-drohung-krieg-strasse-von-hormus-pakistan-vermittlung/a-78481872?ref=aktienbeobachter.de). Die Hoffnung der Anleger: Der Konflikt verlagert sich vom Schlachtfeld auf die Bilanz. Das ist eine Wette, keine Tatsache. Teheran droht bei einer wirtschaftlichen Isolierung mit einer weiteren Verengung des Ölverkehrs. Solange Hormus nicht frei ist, bleibt die Inflationsprämie im Markt. Sie ist nur am Montag etwas billiger geworden.

### **Nvidia, PCE, Warsh**

Die Woche ist vorne noch leer und hinten voll. Am Dienstag kommt der Ifo-Index. Am Mittwoch nach US-Börsenschluss legt Nvidia Zahlen vor, parallel der PCE-Deflator, das für die Fed maßgebliche Preismaß. Am Donnerstag beginnt Jackson Hole, am Freitag spricht Fed-Chef Kevin Warsh. Jedes dieser Ereignisse kann die 26.000-Punkte-Linie allein kippen, schrieb Stanzl am Morgen. Lipkow fasste die Lage so: Anleger bleiben an der Seitenlinie, weil Enttäuschung genauso teuer ist wie verpasste Kurse.

Für Frankfurt heißt das: Der Index hat die psychologische Marke gehalten, das KI-Lager hat sie nicht. Solange Nvidia den Ausblick trägt und Warsh die Renditen nicht neu anheizt, bleibt 26.000 eine Supportlinie. Bricht eine der beiden Säulen, ist der nächste Test nicht 26.100, sondern die Frage, ob die Käufer unter 26.000 noch da sind. Der Montag hat diese Frage nicht beantwortet. Er hat sie nur auf Mittwoch und Freitag verschoben.